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Geheimbotschaften: Die Sprache der Briefmarken!

Geposted von Oliver Eckl am

Wenn Sie einen Brief mit schräger oder gar kopfstehende Briefmarken bekommen, denken Sie sich wahrscheinlich nicht viel dabei. Warum auch? Ein paar Jahrzehnte früher wären Sie wahrscheinlich hoch emotional: die Briefmarke, besser die Stellung der aufgeklebten Marke sollte schon erste Botschaften übermitteln.

Irgendwann in den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts kam jemand auf die Idee, per Stellung der Briefmarke schon erste Geheimbotschaften zu übermitteln. Vermutlich ein ausgekochter Geschäftsmann, der mit bebilderten Anleitungen etwas Geld verdienen wollte. Möglicherweise wurde aber auch eine private Idee aufgegriffen und verwendet. Es ist bekannt, dass man auch mit der Stellung von Stempeln unterschwellige Botschaften vermitteln kann. So drückte man mit einem vermeintlich versehentlich umgedrehten Stempel seine Respektlosigkeit gegenüber dem Empfänger aus.

So kann zum Beispiel eine quer nach rechts gekippte Briefmarke bedeuten: „Ich liebe Dich!“ Eine schräg nach links gekippte Briefmarke war dagegen weniger freundlich: „Man spricht nicht viel Gutes von dir“.

Die Bedeutungen und Auslegungen sind je nach Zeit und Land sehr unterschiedlich, aber meist liebevoll gemeint und nicht wirklich genau zu nehmen. Diese Art sich auszudrücken ist sinngemäß vergleichbar mit der verkürzten Jugendsprache der SMS-Zeit und anderen Ausdrucksweisen der Jugend. So hat jede Zeit seine Ausdrucksformen.

Auf jeden Fall ist das Sammeln von Belegen der Briefmarkensprache ein sehr beliebtes Sammelgebiet geworden. Dieses Gebiet ist ebenfalls in Hinsicht auf denWerterhalt und -Anlage für den Sammler von Bedeutung. Belege, meist in Form von Postkarten, sind zum Teil sehr gesucht. Insbesondere aus der Zeit der Weimarer Republik und früher. Dazu werden bei Auktionen dementsprechende Preise aufgerufen und gezahlt. Und das Ende der Fahnenstange ist lange noch nicht erreicht. Es lohnt sich also in jedem Fall einmal die eigenen Bestände nach solchen Belegen durchzusehen, ebenso eine Sammlung mit dem Gegenstand „Briefmarkensprache“ zu beginnen.

Eigentlich in Deutschland zur höchsten Kultivierung gelangt, ist auch in anderen, meist europäischen Ländern die Briefmarkensprache eine Ausdrucksform für Junge und Verliebte gewesen. Vereinzelt kann man heute beobachten, dass diese alte Tradition wieder in Mode kommt.